Dienstag, 27. März 2012

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Der weiße Mann.
Das behauptet einer der großen schwarzen Männer des 20. Jahrhunderts. Kein geringerer als der Frauenschwarm Harry Belafonte in einem Interview.

Auf die Frage, die zu einem Block gehört, in dem gängige Klischees über Schwarze durchgegangen werden
Haben Schwarze besseren Sex als Weiße?
lautet seine Antwort
Da ich niemals Sex in Gestalt eines weißen Mannes hatte, kann ich diese Frage schwerlich beurteilen. Aber, lassen Sie mich bei Ihrer Frage, die Sie in einer frivolen und saloppen Art und Weise formulieren, doch noch einen Moment lang bleiben und sie ernst nehmen. Wenn Sie fragen, ob es beim schwarzen Mann ein Gefühl der sexuellen Überlegenheit und, wichtiger, beim weißen Mann ein Gefühl der sexuellen Unterlegenheit gibt, dann antworte ich: Dieser Punkt ist der alles entscheidende für die Analyse der fortdauernden Präsenz von Rassismus auf der ganzen Welt. Nicht nur in der Hinsicht, in der Sigmund Freud Sexualität als Triebfeder aller menschlichen Energien und Ängste gedeutet hat; sondern im konkreten sozialen Sinn. Die große Angst des weißen Mannes liegt in seiner sexuellen Unterlegenheit gegenüber dem schwarzen Mann. Diese Angst scheint unausrottbar. Sie besteht in der Annahme, dass der schwarze Mann die weiße Frau verführen oder vergewaltigen möchte, und sie liefert, in der Folge, die Begründung und Triebfeder dafür, dass der schwarze Mann kastriert und gelyncht werden darf und muss. Wie war es früher? Du durftest eine weiße Frau nicht einmal angucken, ohne gelyncht zu werden.
Rassismus ist die Angst des weißen Mannes vor der sexuellen Potenz des schwarzen Mannes?
Unerlöste Sexualität zeigt sich in unseren Handlungsweisen.
Leidet der weiße Mann (und damit die weiße Frau) an einer unerlösten Sexualität? Was sind die Gründe dafür und wie ist das Dilemma sexuelle Unterlegenheit/Überlegenheit und damit  die große Frage des Rassismus zu lösen? Besteht diese Angst per se oder gibt es einen Weg, der herausführt? Diese Fragen würde ich Harry Belafonte zu gerne stellen.

"Angst kann nie eine Wahrheit sein", las ich kürzlich.


Samstag, 24. März 2012

Rückschläge sind Vorschläge für die Zukunft



Das ist ein Zitat von Carsten Maschmeyer, der diese Woche bei Sandra Maischberger zu Gast war. Von der FAZ wird das als Worthülse aus einem Poesiealbum beschrieben.
Ich finde, dass dieser Poesiealbumspruch durchaus etwas hat, worüber wir nachdenken können.

Denn ich stelle mir eine Wegkreuzung vor, an der sich verschiedene Wege gabeln. Ich entscheide mich für einen und lande in einer Sackgasse. Anstatt mich hinzusetzen, zu jammern, zu verzweifeln und denjenigen die Schuld zu geben, die die Wege angelegt haben, entscheide ich mich zurückzugehen und einen der anderen Wege auszuprobieren.

Einen Rückschlag können wir als Versagen sehen oder als Aufforderung es anders zu probieren. Wie oft erliegen wir der Versuchung einen Rückschlag als Versagen zu sehen und bleiben stecken in Schuldzuweisungen und Selbstzweifeln?
Und was würde sich ändern, wenn wir das vermeintliche "Versagen" als Aufforderung nehmen, es anders anzugehen?

Manche Poesiealbumsprüche, so banal sie auch klingen mögen, finde ich gar nicht so schlecht. Sprüche entstehen aus Lebenserfahrungen und keine Erfahrung ist es wert, als banal bezeichnet zu werden.

Donnerstag, 22. März 2012

Somebody That I Used to Know


Dieser Song von Gotye läuft seit einiger Zeit überall rauf und runter.

Und inzwischen gibt es großartige Coverversionen.
Eine Parodie davon - genial und urkomisch von "Y-TITTY"
und eine großartige  Version von "Walk Off The Earth"

Ich finde sie alle toll.
Viel Spaß!!

Mittwoch, 7. März 2012

Ins Unglücklichsein kann man sich verlieben


So heißt die Überschrift eines Interviews mit dem Schriftsteller Benjamin Lebert, 30 Jahre alt.
Ich gehöre der Generation an, die zwischen erwachsen werdenden Kindern und alt werdenden Eltern steht, aber wie steht es um die 30-Jährigen?
Ich habe eine Freundin, 32 Jahre alt, wohlbehütete Kindheit, die von sich selbst behauptet, dass sie nun mit Anfang dreißig zu pubertieren anfängt und sich wohl endlich von ihren fürsorglichen Eltern lösen muss. Ihre "Mädels", alle um die dreißig, haben innerhalb kurzer Zeit Trennungen langjähriger Partnerschaften durchlebt. Hauptgrund: Die Männer wollen sich nicht festlegen, keine Verantwortung für eine Familie tragen, sie sind nicht richtig gewillt.
In Gerald Hüthers Buch "Männer - das schwache Geschlecht und sein Gehirn" steht geschrieben, dass Liebe sehr viel mit Wille zu tun hat.
Benjamin Lebert hat mit dreißig Jahren bereits fünf Romane geschrieben. Er war dreieinhalb Monate in einer Klinik, da er an einer Essstörung litt:
Lebert:
Ich konnte die Eindrücke und die Vehemenz der Welt nicht mehr in mich hineinlassen. Und das hatte bei mir ganz konkrete Folgen: Ich konnte buchstäblich keinen Bissen mehr hinunterkriegen. Ich habe das Essen verweigert, der ganze Schluckprozess war schwierig. Das war wohl ein Ausdruck dafür, dass ich einfach nicht mehr wollte.
Vom Leben übersättigt? Oder was war so schwer zu schlucken?
Lebert:
Ich glaube, dass man sich ins Unglücklichsein  verlieben kann. Das sehe ich bei vielen Menschen meines Alters, die keinen Zugang zu unserer Zeit zu haben scheinen und sehr melancholisch sind. Dieses Unglück unserer Generation ist sehr identitätsstiftend. Und eine Identität ist natürlich erst einmal etwas Gutes.
Dann geht es um Schuldgefühle, wenn es einem schlecht geht.
Lebert:
Ich würde es nicht Schuld nennen, sondern Scham. Ich empfinde dem Benjamin gegenüber eine große Scham. Das war schon immer so. Und ich glaube, dass es so oder so ähnlich vielen jungen Männern geht, die sich nicht wohlfühlen. Sie denken, dass sie das eigentlich nicht dürfen, weil es den Generationen vor ihnen viel schlechter ging. Das macht die ganze Sache nur noch schlimmer. Dabei hadern doch so viele junge Männer auch deshalb mit dem Leben, weil sie das nun dürfen. Das müsste man als Freiheit begreifen. Es ist gut, dass man das jetzt mal darf.
Es ist gut, dass junge Männer sich nicht wohlfühlen dürfen? Sie müssten nur einsehen, das auch tun zu dürfen anstatt sich dafür zu schämen? Wer setzt das Maß, wann es jemandem so gut geht, dass es ihm nicht schlecht gehen darf? Wer bestimmt das? Der Vergleich mit den Generationen vor uns? Die Generation vor uns? Warum schämen wir uns, wenn es uns schlecht geht?
Der Soziologe Heinz Bude sagt, ein Grund für die Unsicherheit der jungen Männer sei die Tatsache, dass sie als erste Generation mit sehr selbstbewussten Frauen zu tun hätten.
Lebert:
Frauen gehen mit Unsicherheit anders um, sie zaudern nicht. Männer stehen meiner Empfindung nach den Dingen erst einmal staunend gegenüber, ohne etwas zu machen. Bei den Frauen kann man eher ein Ausbrennen beobachten. Die Männer dagegen verweigern sich.
Ich glaube, die "Mädels" meiner Freundin würden zustimmend nicken. Was tun mit dreißig, wenn die Männer gleichen Alters sich dafür schämen, dass es ihnen nicht gut geht und sie sich verweigern?
Und was wäre die Lösung für die Männer? Woher kommt die Scham, die Melancholie und was fehlt ihnen, das sie sich verweigern lässt? Was bräuchten sie?


Montag, 5. März 2012

Mit Kampfkunst den Schmerz bekämpfen


Ich praktiziere seit einigen Jahren Kampfkunst und möchte euch diesen interessanten Artikel nicht vorenthalten.
Ein Bestandteil der Kampfkunst ist die Abhärtung, sprich, man fügt sich Schmerz in Maßen zu, um die Angstschwelle vor Schmerzen abzusenken. Das macht nicht nur das Gewebe zäher, sondern auch den Geist.
In welcher Verfassung auch immer ich ins Training gehe, verlasse ich das Dojo, bin ich aufgeräumt, wach und zufrieden.
Ein Seminarleiter (8. Dan Uechi Ryu Karate) behauptet außerdem, dass Kampfkunst die Verjüngungskur schlechthin ist, denn am Ende einer jeden Bewegung steht das Kime (Moment der maximalen Anspannung und Energieentladung), in dem kurz verharrt wird und in diesem Moment bleibt die Zeit stehen, Zeit in der wir nicht altern.
Und so nimmt uns die Kampfkunst den Schmerz und verjüngt. Wer also nach dem Jungbrunnen sucht, der sollte anfangen zu trainieren, denn Kampfkunst spricht den Menschen in seiner Ganzheit an, fordert und fördert Körper, Geist und Seele gleichermaßen.

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