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Es werden Posts vom 2014 angezeigt.

Ho-Ho-Ho

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Ich wünsche allen meinen Lesern ein Frohes Weihnachtsfest, erholsame Feiertage, einen harmonischen Jahresausklang und nur das Beste für das neue Jahr 2015! Euer Gedankenstreuner

Das gefällt uns

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Es gibt ein neues Projekt, das da heißt "Das gefällt uns".
Dort schreiben mehrere Autoren über Dinge, Projekte, Anschauungen, die ihnen gefallen. Auch ich bin dabei und falls ihr meinen ersten Beitrag über "DIY" lesen wollt, findet ihr ihn unter www.das-gefaellt-uns.de.

Wir freuen uns auf euren Besuch!


In allen vier Ecken soll Liebe drin stecken

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In unserem Kellerschrank steht eine Nähmaschine.
Mein Mann brachte sie mit in die Ehe. Als Sohn eines Vaters, der zu der aussterbenden Spezies von Männern gehört, die ich "handwerkliche Universalgenies" nenne, wurde er nicht nur mit Hammer, Zange und Schraubendrehern ausgestattet, sondern eben auch mit einer kleinen Maschine. Ich war im Teenageralter, als ich ziemlich respektlos die Nähnadeln meiner Mutter verschliss, indem ich meine bereits engen Jeans noch knackiger abnähte. Mit einem Mann in der Verwandtschaft, der es nicht nur versteht mit Holz umzugehen, sondern Ledersofas vom Gestell bis zu den Kissen herstellt und zusätzlich Kostüme schneidert, brachte ich, was nicht mit der Hand zu nähen war, zu Schwiegerpapi. Mein Schwiegervater lernte das Nähen noch aus der Not heraus. In einer Zeit, in der (fast) alles käuflich ist und man Kissenhüllen für 5 Euro nachgeworfen bekommt, wird das Selbstgemachte wieder zum Besonderen. Und so entstehen kleine, aber feine Ateliers, in d…

Raureif

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Heute Nacht
tanzte die Eiskönigin
einen Walzer
und aus ihrem eisblauen Mantel
fielen winzig kleine Kristalle
hernieder










Du machst das

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Kleine Alltagsfreuden

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Es gibt Dinge im Leben, für die ist man nie zu alt. Und es gibt Traditionen, die verlieren nicht an Wert.

Morgens aufwachen, draußen ist es noch dunkel, dicke Socken anziehen, die Treppe runterschleichen, Ausschau halten. Wo sind die 24 Päckchen, die ausgepackt, die 24 Türchen, die geöffnet, die 24 Säckchen, die aufgeknüpft, die 24 Socken, die geleert werden wollen? Es ist der 1. Dezember, Saisoneröffnung der Adventskalender.

Am Wochenende besuchte ich eine Freundin in Frankfurt. Sie freute sich wie ein Schneekönig über mein Mitbringsel, einen Schokoladenadventskalender. "Ich hab noch keinen und sich selbst einen Adventskalender kaufen ist doof. Den muss man geschenkt bekommen!" Stimmt!

In der Nacht vor dem 1.12. sitzen mein Mann und ich auf dem Wohnzimmerteppich zwischen Früchteriegeln, Keksen, Gummibärchentüten und Schokotäfelchen. Um uns herum Geschenkpapier, Scheren, Tesa, Wickelbänder. Er packt 24 Päckchen für den Sohn und ich 24 Päckchen für die Tochter, die dann am T…

Deutsche Freiheit: SUV und Kreuzfahrt

In den Jahren, in denen ich Kampfkunst praktizierte, habe ich eine Sache erkannt: Freiheit hängt nicht von äußeren Dingen ab, sondern ist ein Zustand im Inneren. All das, was uns im Westen als Freiheit verkauft wird, sind lediglich Scheinfreiheiten.

Als ich jung war, bedeutete Freiheit ein eigenes Auto, in dem ich so laut Musik hören konnte wie ich wollte und mit heruntergekurbeltem Fenster den Sommer einsog oder die Autobahn entlangbretterte. Die Freiheit hörte in dem Moment auf, in dem mir ein anderer Autofahrer hinten auffuhr und meine Freiheitskiste in einen Totalschaden transformierte.
Später klapperte ich die Strände auf der Suche nach Freiheit ab. Im Herbst 1989 befand ich mich an einem Inselstrand, der in einem Hochglanzmagazin unter den Top Ten  der Strände mit den spektakulärsten Sonnenuntergängen an erster Stelle stand. Der Sonnenuntergang war tatsächlich eine Schau, der Strand ein Traum, die Menschen, die sich dort tummelten überwiegend gestrandet und ständig bekifft. Eine…

Zumutung

In einem der letzten Zeit-Magazine (Nr. 47) stellt sich die Journalistin Nicole Zepter die Frage "Bin ich wie meine Mutter?". Der Artikel beginnt mit "Unsere Autorin fragt sich, warum sie wiederholt, was ihr zu Hause vorgelebt wurde. Die Geschichte einer schonungslosen Selbsterforschung".

Nicole Zepter erfährt am 18. Geburtstag von ihrer Mutter, dass der Mann, den sie bis dahin für ihren Vater gehalten hat, nicht ihr leiblicher Vater ist. Sie verlässt das Elternhaus und zieht zu ihrem Freund in die Stadt. 15 Jahre lang hat sie so gut wie keinen Kontakt zur Mutter. Sie studiert und wird erwachsen. Sie trifft die Liebe ihres Lebens und wird schnell schwanger.
Und dann, mit Mitte dreißig, war ich auf dem besten Weg, so zu werden wie meine Mutter, wie die Frau, die mich jahrelang belogen hatte, die mir so fremd geworden war. Ich hatte mich in einer Beziehung verfangen, die mich hinunterzog. Ich hatte geglaubt, dieser Mann sei die Liebe meines Lebens. Wie meine Mutter e…

Frauenversteher oder Eine Ode an meinen Büstenhalter

Lange Zeit konnte ich mich nicht mit der Tatsache anfreunden,
dass ich nicht als Mann, sondern als Frau auf die Welt kam.
Statt als Cowboy aufzutreten, der schneller schießt als sein Schatten,
wurde ich in rosa Prinzessinen-Tüll gewickelt, getopped mit einem Plastikkrönchen.
Nicht Lucky Luke sondern Cup Cake.
Aber es gibt ein Accessoire, das mich mit all dem Unbill aussöhnt.
Meinen Büstenhalter.
Treuer Begleiter.
Jeden Morgen liegt er willig bereit sich an mich zu schmiegen.
Er stützt und trägt mich durch den Tag ohne Murren und Knurren.
Nirgendwo an ihm ist Platz für ein Smartphone,
das seine Aufmerksamkeit von mir ablenken könnte.
Zwischen seine breiten Träger passt all meine Last.
Fühle ich mich ohne ihn ungleich geerdet,
so liftet er mich in die Höh
und gibt mir ein Gefühl des Erhaben Seins.
Büstenhalter, du bist mein bester Freund,
liegst mir am Herzen
gehst mir an die Haut.
Danke, dass du da bist.
Allzeit bereit,
immer veständnisvoll,
falls mir morgen der Sinn nach einem an…

Ich reite dem Sonnenuntergang entgegen

Es gibt Lieder, an denen kann man sich nicht satt hören. Sie stimmen eine Saite in uns an und bringen etwas in Klang. Oft haben wir ein Bild dazu. So geht es mir seit einigen Tagen mit dem Lied Chiraa-Khoor der tuwanischen Gruppe Huun Huur Tu.
Ich gehöre zur Gattung der Höhlenbären und es ist an der Zeit mich für den Winterschlaf zurückzuziehen. Schön wärs. Weihnachten steht bald vor der Tür, nix mit Winterschlaf. Aber dieses Lied ... macht mich glücklich und fröhlich. Ich sehe einen Reiter, von der Sonne beschienen, dem Horizont entgegenreiten, der nicht näher rückt. Unendliche weite Steppe, in Pferd und Reiter klingt dieses Lied und das Gefühl von Freiheit ist überwältigend.
Und so reite ich im November wie einst meine Lieblings-Comic-Figur Lucky Luke auf seiner treuen Gefährtin Jolly Jumper jeden Tag zufrieden dem Sonnenuntergang entgegen. Was für ein g..... Gefühl.

Eine Erinnerung

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Bittersüß
tanzt
eine Melodie
durch den Äther
engelsgleiche Stimme
greift
nach meinem Herzen
und dem Ozean
an Tränen
Verzeih

Wo der Sand rieselt


und die Hasen Kaffee brühen ....

Die Summe unserer Anteile

Wir leben in einer Zeit der Trennungen.
Wenn ich Paare erlebe, die sich trennen, gibt es Vorfälle, die mich traurig stimmen. Was Partner sich untereinander antun, wenn aus Liebe Hass wird, ist schwer genug. Fatal wird es, wenn sie ihre Kinder als Instrument nutzen um sich gegenseitig noch tiefer zu verletzen. Am Ende sind es die Kinder, die beschädigt werden.
Kinder sind (meistens) eine Mischform aus mütterlichen wie väterlichen Anteilen und einem weiteren, der sie oft wie ein Alien in der Familie aussehen lässt. Lieben sich die Eltern, fühlen sich auch die elterlichen Anteile im Kind angenommen und geliebt. Fangen Eltern an sich zu hassen und beschimpfen den anderen, fühlt sich der jeweilige Anteil im Kind abgelehnt. Das, was aus einer Vereinigung entstanden ist, wird auseinandergerissen. Die Summe aller Teile beginnt im Inneren einen Kampf, adäquat zur Disharmonie im Außen. Kinder können keinen Frieden leben, wenn im Außen Krieg herrscht. In dem Moment, in dem ein Elternteil versuch…

Reset

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Lösungsorientiert statt problemorientiert, das ist das Credo, das es gilt zu leben.
Und Leute, ich bemühe mich, redlich und ernsthaft. Aber .... es gibt Dinge, die gehen mir an die Nieren. Was, wenn man die Lösung zum Problem nicht findet?
Da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
Es gibt Menschen, die haben das Talent sich die Dinge schön zu reden. Dieses Talent geht mir ab.
Eine Freundin schwört auf Erdbeertörtchen in der Badewanne. In Härtefällen gilt es ein Reset zu machen. Unter all den Möglichkeiten gefällt mir das Reset am besten. Da haben nicht nur die Nieren etwas davon, sondern auch die Leber.
Wie das geht? Ganz einfach.
Geh in ein Lokal und trinke etwas mit Alkohol. Wenn das Lokal schließt, ziehe weiter zum nächsten, das länger offen hat. Dort ist dann zufällig Sprizz-Nacht und es gibt geniale Lösungsmöglichkeiten um das Reset ordentlich auszuführen. Dem zweiten Glas folgt das dritte, aber alles ist so ausbalanciert, dass du am nächsten Tag eine Art von Kater hast, der nu…

Ein liebevolles Plädoyer für die Ehe

Vor 9 Jahren brachte mir mein Mann von einem Messeausflug ein Buch als Geschenk mit. Ein Angestellter des Messekunden las es auf der Heimfahrt im Zug. Der Titel gefiel ihm und er erstand es für mich - oder für uns? -  in der Bahnhofsbuchhandlung. Es war das Buch "Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest" von Eva-Maria Zurhorst. Ein Augen- oder vielleicht auch Herzöffner. Ein Plädoyer FÜR die Ehe. Es erwischte mich genau zum richtigen Zeitpunkt. Beginn der Wechseljahre, Midlifecrisis, Dramaerschöpfungssymptome, Zweifel allerorten. Um mich herum knirschte und krachte es in den Ehen. Ich befand mich in der Zeit, die ein Freund so beschrieb "Da werden die Karten noch einmal völlig neu gemischt". Meine Seele glich einer Wüste und wer war Schuld daran? Selbstverständlich alle anderen, nur nicht ich.
Das Buch von Frau Zurhorst war der erste Schritt in eine Zeit, in der ich sehr viel über mich, meine Sichtweise, meine Muster lernte. Ausgelernt habe ich noch nich…

Sind wir Pussies?

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Es gibt Leute, die geben Generationen Bezeichnungen.
Ich gehöre der Generation der Babyboomer an, weil Deutschland damals so reich an Kindern war. Weil es so viele Kinder gab, wuchs ich mit dem Spruch auf "Bilde dir bloß nicht ein, dass du was Besonderes bist".
In der Generation, die heute 20 oder 30 Jahre alt ist, waren die Kinder rarer. Die, die es gab, kamen in der Regel gewollt statt ungewollt und ihnen wurde gesagt "Ihr seid etwas Besonderes".
Der Antrieb meiner Generation war nicht selten der Minderwertigkeitskomplex. Wir wollten zeigen, dass etwas in uns steckt. Auch wenn uns das nicht besonders besonders machte, so wollten wir doch beweisen, dass wir zu etwas taugen. Dass wir nützlich sind.
Menschen, die sich besonders fühlen, müssen nichts mehr beweisen. Ihre Besonderheit muss lediglich entdeckt werden. Unter millionenfachen You-Tube-Videos oder auf anderen Selbstinszenierungsplattformen.
Was aber, wenn sie entdecken, dass sie einer unter vielen besonderen…

Ein Blogger-Märchen zur Vorweihnachtszeit

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Da gab es mal einen Studenten der Geologie an der Bergakademie in Freiberg.
Um sich von seiner 500 Seiten starken Diplomarbeit abzulenken, fing er an Brot zu backen. Chaotische Zettelkästen waren ihm ein Greuel und so sammelte er seine Rezepte schön ordentlich auf einer Internetseite. Der in ihm steckende Wissenschaftler begann mit Teig zu experimentieren und seine Versuche zu dokumentieren. Das interessierte auch andere Brotbäcker und so sammelte er eine schöne Fangemeinde an. Er entwickelte sich zum Brotbäckerratgeber und irgendwann wurde er gebeten Kurse zu halten.
Der Geowissenschaftler entschied, dass er sich fortan dem professionellen Brot-Coaching widmet und lebt heute in einem Häuschen im erzgebirgischen Sehmatal mit Frau und Kindern. Dort bäckt er Brot und Brot, zur Zeit auch Stollen, den sein eigens ausgetüfteltes Mehlkochstück noch saftiger macht, Dazwischen gibt er Kurse in Berlin, Frankfurt und Wien, vielleicht auch bald in Amerika und Asien. Weil Verlage inzwischen unter…

Kontaktabbruch - Leserbrief eines verlassenen Vaters

Ich danke meinem Leser, Herrn H.H., ganz herzlich für sein Schreiben und das Einverständnis zur Veröffentlichung seiner Geschichte. Danke - für mehr Verständnis zum Thema "Verlassene Eltern und Kinder".
Den Brief findet ihr hier auf meiner Homepage.

Wenn ich mal groß bin...

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werde ich Lebenskünstler!




25.000

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25.000 Seitenaufrufe.
Ich danke allen meinen Lesern und wünsche euch schöne kurze Tage nach der Zeitumstellung.

Euer Gedankenstreuner


Teilzeitgefängnis meiner Kindheit und Plätze, an denen die Welt in Ordnung ist

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Von meinem 3. bis zu meinem 6. Lebensjahr verbrachte ich 5 Tage die Woche und damit den Großteil meiner Zeit an einem Ort, den ich heute "Teilzeitgefängnis meiner Kindheit" nenne.
Es war ein Ort, an dem morgens zwischen 8 und 9 Uhr Kinder abgegeben wurden, um sie spätnachmittags gegen 17 Uhr wieder abzuholen.
Das Teilzeitgefängnis meiner Kindheit bestand aus sieben Räumen unterschiedlicher Größe.
Im kleinsten Raum befand sich eine Pforte, aus der heraus überwacht wurde, ob auch die richtigen Personen kommen und gehen. Von der Pforte aus hatte man Ausblick auf den Raum, in dem die Kinder nachmittags in ihren Mänteln und Jacken auf Abholung warteten. Hatte man die Schleuse passiert, kam man in einen Raum, der sich Garderobe nannte. Dort wurden Kleidungsstücke abgelegt, die man während des Aufenthalts im Teilzeitgefängnis nicht benötigte. In einem weiteren Raum wurde das Mittagessen eingenommen. Das kam jeden Tag in einem großen Behälter. Tische und Stühle wurden von den Insas…

Brief einer Tochter an ihre Mutter

Liebe Mutter,
7 Jahre ist es nun her. Damals hatten wir telefoniert und ich habe Dir gesagt, dass Du Deine Sachen so machen sollst, wie Du es für richtig hältst – und dass ich meine Sachen so machen werde, wie ich es für richtig halte. Seitdem ist viel Zeit vergangen, viele Erfahrungen hat jeder von uns gemacht, die Kinder sind größer und älter geworden, jeder hat sich auf seine Art und Weise entwickelt. 
Ich bin dankbar, dass Du mich geboren hast. Durch Dich (und Papa) bin ich auf der Welt und darf sein. Vielen Dank für die guten Dinge, die Du mir gegeben und mitgegeben hast. Auch wenn ich – wie ich heute weiß – lange eine andere, vielleicht zu große Erwartungshaltung an Dich hatte, mir etwas anderes von Dir gewünscht habe, soll es nun gut sein. Du hast Dich so entwickelt, weil das Leben Dich so geprägt hat. Kein Vater, der Tod Deiner Mutter, Vertreibung und Flucht, die Trennung von Großmutter und Bruder, Aufwachsen in Pflegefamilien. Wurzellos, aber mit starkem Willen, der es uns u…

Junge Frau, lächeln, die Sonne scheint!

Letzte Woche fuhr ich unser Auto zum elektronisch angeordneten Kundendienst.
Auf dem Weg von der Werkstatt zum Büro fiel meine Wahl auf eine Straße, die ich zwar manchmal mit dem Fahrrad abfahre, aber selten zu Fuß gehe. Meine Aufmerksamkeit war auf die Hauseingänge und Fassadenschilder gerichtet. In einiger Entfernung stand ein Mann Mitte sechzig vor einer Kneipe. Dem Habitus nach der Wirt persönlich. Er trug lange Haare und einen Bauch, wirkte übernächtigt, vielleicht auch verkatert und rauchte. Sein Blick fixierte sich auf mich. Als ich an ihm vorbeigegangen war, rief er mir nicht unbedingt freundlich hinterher "Junge Frau, lächeln, die Sonne scheint!".
Einen kurzen Moment lang wollte ich reagieren, aber mein Kopf war an diesem Tag gelähmt von einer Erkältung und damit auch meine Schlagfertigkeit.
Stattdessen zog ein Bild vor mir auf.
Eine übergewichtige Frau Mitte sechzig steht vor ihrem Etablissement. Die Haare hängen ihr strähnig in das von einer kurzen Nacht gezeichn…

Idylle

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Heute in einem Park mitten in unserer Stadt.

Kampf, Wut und Weiblichkeit

Es gibt auf meiner Homepage eine neue Themensammlung. Ihr findet sie unter "Kampf, Wut und Weiblichkeit".

Der Herbst lässt grüßen

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Und die perfekte Musik für den romantischen Abend auf dem Fell vor Kaminfeuer? Mein Tipp: Adam Cohen mit seinem neuen Album "We go home".
Ja tatsächlich, er kann seine Abstammung nicht verleugnen. Leonard Cohen hat ja viele Frauenherzen gewärmt mit seinem Sprechgesang. Sein Sohn kann das auch.
Und nein, wir haben noch immer keinen Kamin, dafür aber heute die Heizsaison eröffnet. Und mit einer Tasse Tee vor dem warmen Rippenkörper ist es nicht ganz so romantisch, aber auch okay.
Haltet euch warm!

Sitz di her ...

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Kontaktabbruch

Ich habe auf meinem Blog viele Aufrufe zum Thema Kontaktabbruch zwischen verlassenen Eltern und verlassenden Kindern.
Das sind die Themen, mit denen ich mein Blog startete.
Auch wenn ich heute nicht mehr so viel in Foren und Blogs unterwegs bin, die sich mit diesen Themen befassen, sondern mir gerne zwischendurch schöne Bilder auf Lifestyleblogs anschaue, ist dieses Thema doch eines meiner großen Lebensthemen.
Es gibt viele Gründe warum Leute schreiben.
So langsam gestehe ich mir ein, dass mein Schreiben unter "Therapeutisches Schreiben" fällt. Warum nicht? Auch ich erfülle Klischees.
Mein therapeutisches Geschreibsel sammel ich auf einer Homepage, wo ich immer wieder versuche das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen und Beiträge zu Themengebieten zusammen zu fassen - Struktur in mein Blogmischmasch hineinzubringen.
Es ist viel Aufwand und ich mache es gerne.
Weil ich selbst so viele Hilfestellungen und Aha-Erlebnisse durch den Aufwand anderer Menschen erlebt habe, die viel Z…

Und bitte schau freundlich ...

Gestern schrieb ich über eine Form der Traumaweitergabe.

Ich selbst weiß, welche Auswirkungen Übergriffe solcher Art auf die Entwicklung der Sexualität und damit der allgemeinen Entwicklung von Mädchen haben. Die gesunde Entwicklung wird empfindlich gestört. Wer nicht darüber reden darf oder kann, hat auch nicht die Möglichkeit zur Verarbeitung. Um mit den Dingen fertig zu werden, erfolgen häufig Reinszenierungen des Leids. Unterbewusst möchte man mit der Inszenierung von Leid auf das eigene empfundene Leid aufmerksam machen und tut sich nur selbst weh. Die Reinszenierungen haben vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten. Sie können in der Fantasie stattfinden (auch Selbsttötung) oder in selbstverletzendes Verhalten jeglicher Art, von Essstörungen, Alkoholismus bis zum Ritzen, übergehen. Das Eingehen von missbräuchlichen Beziehungen und daran Festhalten bis hin zur Depression kann darunter fallen.

Lange Zeit fragte ich mich, warum mich meine Mutter nicht aus missbräuchlichen Verhältnissen un…

Traumaweitergabe

Mit 11 Jahren bekam ich privaten Gitarrenunterricht bei einem älteren Mann. Als ich mich meiner Mutter anvertraute und ihr sagte, dass mich dieser Mann bei der Begrüßung und beim Abschied immer ganz fest umarmt und komisch anfässt, bezichtigte sie mich der Lüge.
Im Bekanntenkreis meiner Eltern gab es ein kinderloses Ehepaar. Der Mann rühmte sich dafür, dass er sich prächtig mit der Jugend verstehen würde. Immer wenn sie zu Besuch waren, kam er irgendwann auf mein Zimmer, wo er mir seine Weltanschauung präsentierte, während er ununterbrochen auf meine Brüste starrte. Ich war damals 14 und als ich meine Eltern darum bat, dass sie ihn von seinen Besuchen auf meinem Zimmer abhalten sollten, meinte meine Mutter, dass ich mir das alles nur einbilde.
Der Vater meiner damaligen besten Freundin startete einen sexuellen Übergriff auf mich, als ich 15 war. Ich hatte Angst vor einer Vergewaltigung. Diesmal behielt ich den Vorfall für mich und brach schweigend den Kontakt zur Freundin ab.
Als mich…

Von Basaren und unnütz Schönem

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Ich möchte heute mal ein bisschen Werbung machen.
Warum?
Weil ich zu der Spezies gehöre, die einen ausgesprochenen Hang zu Dingen hat, die andere als unnütz bezeichnen würden, die aber mein Leben ungeheuer verschönern und bereichern. Dinge, die mir Freude machen.
Natürlich ist heutzutage das Onlineshoppen in, aber als ich kürzlich eine Bestellung bei einem der führenden Onlinunternehmen tätigte, habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Dort wird alles angeboten, was vorstellbar ist, aber es gibt weder eine Qualitätskontrolle bei den Anbietern, noch bei der Ware. Das Unternehmen versteht sich als Plattform, das Anbietern Raum gibt. Für mich hat die Korrespondenz zu einem Marketplace-Verkäufer Basarqualität entwickelt, als der die minderwertig verarbeitete Ware zuerst nicht zurücknehmen wollte und dann meinte, ich könne sie schon zurückschicken, aber auf meine Kosten (berechtigt nach den neuen Versandgesetzen) - nach Spanien, da sitzt er. Das Ganze kam in rudimentärem Deutsc…

Sommerimpression

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Warum hört der Sommer Mitte August auf, während wir alle denken, dass mit Beginn der Sommerferien der Sommer erst beginnt? Eine Runde Mitleid für alle daheimgebliebenen Schulkinder und für alle anderen finde ich es auch schade. Da bleibt nur die Erinnerung an wärmere Zeiten und das Auspacken von allen verfügbaren Kerzen.


Die Poeten sind in der Stadt

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und unsere kleine Großstadt kann sich mal wieder für kurze Zeit urban fühlen.

Weibliche Genügsamkeit

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Altenheime

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Kennt ihr diese Plazas in südlichen Dörfern? Ein Platz mit Platanen, umringt von Kafenions, in deren Schatten Cafe getrunken und Tavli gespielt wird? Dort versammeln sich gerne die alten Männer des Dorfes, politisieren, streiten, spielen. An solch einem Ort waren wir dieses Jahr. Im Landesinneren gelegen, die Jugend ausgewandert um Geld zu verdienen. Der kleine Hauptplatz, an dem keiner vorbeikommt, der in den Ort möchte, wurde bevölkert von acht alten Männern, die nebeneinander auf einer Bank saßen. Wir setzten uns in das Cafe gegenüber und beobachteten sie, so wie sie uns beobachteten. Sie diskutierten lautstark und gestikulierend, stritten sich, gingen auseinander und kamen wieder zusammen. Unser Spitzname für sie war "das Altenheim".
Das griechische Altenheim gefiel mir besser als die Altenheime, die ich bisher in unserer Stadt besucht habe. Bisher ...

Heute verbrachten wir seit langer Zeit wieder einmal unsere Mittagspause im wunderschönen Botanischen Garten.
Dort gibt…

Abschied von einem Freund

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Er sieht fast aus wie eine Palme vor Strandbungalows.

Aber es ist die Fichte, die ich viele Jahre von unserem Schlafzimmerfenster aus gesehen habe. Es ist der Baum, an dessen Zweige ich im Winter sehen konnte, ob es geschneit hat. Jedes Jahr im März weckte mich um 5 Uhr morgens einer der zurückgekehrten Singvögel mit einem Lied. Im Jahr unseres Einzugs schaute ich zu ihm auf, wenn ich nachts auf der Eingangstreppe sitzend meine Gute-Nacht-Zigarette rauchte.
Fast jedes Haus in unserer Straße wird von einem Riesen dieser Art bewacht. Vor 2 Wochen gab es einen heftigen Sturm. Der Wald hinter unserem Haus war gerade frisch aufgeräumt, als der Wind die Bäume wie Mikadostäbe durcheinanderwarf. Die halbstündige Joggingrunde wurde zu einem zweistündigen Abenteuer. Es gab keinen Weg mehr, nur noch kreuz- und querliegende Bäume, auf denen wir balancierten, dazwischen kleine Sümpfe, in denen sich das Wasser gesammelt hatte.
Vielleicht sieht man den Bewacher nun nicht mehr als Beschützer, sonder…

Hippie-Traum

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Eintritte - Austritte

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Die Bilderbuchoma und der Willy

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Als ich noch Schülerin war, besuchte ich mit dem damaligen Prinzen sehr gerne die Bilderbuchoma.
Sie wohnte im Altmühltal. In einem großen, alten Haus, drumherum ein Garten mit Walnuss- und Apfelbaum, daneben ein Spargelfeld.
Die Bilderbuchoma kochte mir zur Begrüßung immer mein Lieblingsgericht, damals Grillhähnchen und sie zeigte mir wie man Apfelstrudel macht. Zur Spargelzeit mussten wir sehr früh aufstehen, um den Spargel zu stechen. Im Herbst saßen wir in der geräumigen, gekachelten Küche und pulten die Walnüsse aus ihrer Schale. Dazu lief der Klassikradiosender.
Abends schaute sie die Tagesschau. Ich saß immer ein bisschen hinter ihr, so konnte ich beobachten, wie sie sich fürchterlich aufregte. Wild gestikulierend beschimpfte sie alle Politiker. Danach erholte sie sich bei einem Gläschen Schnaps und einer Zigarre. So sehr sie sich über die Nachrichten aufregen konnte, so ruhig wurde sie beim Paffen. Wenn die Zigarre alle war, spielten wir Stadt-Land-Fluss oder Wörter zerdeppern…

Was wenn es die richtige Frau oder den richtigen Mann gar nicht gibt?

Es gibt Workshops, die da heißen "Man for a day".
Frauen in Männerkleidung üben sich in männlichen Verhaltensweisen. Das kann man auch als Mann machen und das Ganze findet man unter dem Begriff "Crossdressing".
Die Zeitschrift Chrismon veröffentlicht in ihrer Augustausgabe die Selbsterfahrung einer Journalistin mit dem Titel "Mann, tut das gut".
Frauen wollen mehr Verhaltensmöglichkeiten. Das ist die Hauptmotivation für den Besuch eines solchen Workshops.
Zur Vorbereitung sollen Frauen Männern folgen und sie beobachten, sagt Kursleiterin Diane Torr. Und das ist kein Problem. Männer merken das nicht, sie fühlen sich unbeobachtet.
Eine der Teilnehmerinnen fühlt sich ständig beobachtet. Und bewertet. Sie hat die öffentlichen Männerkommentare (Du bist aber eine süße Maus) satt und möchte endlich mal ungestört durch die Stadt gehen. Eine andere Kursteilnehmerin wandelt sich von der unsicheren Frau zum männlichen Arschloch und genießt es. Dinge, die "richt…