Montag, 22. Dezember 2014

Ho-Ho-Ho

Ich wünsche allen meinen Lesern ein Frohes Weihnachtsfest, erholsame Feiertage, einen harmonischen Jahresausklang und nur das Beste für das neue Jahr 2015!

Euer Gedankenstreuner

Freitag, 12. Dezember 2014

Das gefällt uns

Es gibt ein neues Projekt, das da heißt "Das gefällt uns".
Dort schreiben mehrere Autoren über Dinge, Projekte, Anschauungen, die ihnen gefallen. Auch ich bin dabei und falls ihr meinen ersten Beitrag über "DIY" lesen wollt, findet ihr ihn unter www.das-gefaellt-uns.de.

Wir freuen uns auf euren Besuch!


Donnerstag, 11. Dezember 2014

In allen vier Ecken soll Liebe drin stecken

In unserem Kellerschrank steht eine Nähmaschine.
Mein Mann brachte sie mit in die Ehe. Als Sohn eines Vaters, der zu der aussterbenden Spezies von Männern gehört, die ich "handwerkliche Universalgenies" nenne, wurde er nicht nur mit Hammer, Zange und Schraubendrehern ausgestattet, sondern eben auch mit einer kleinen Maschine. Ich war im Teenageralter, als ich ziemlich respektlos die Nähnadeln meiner Mutter verschliss, indem ich meine bereits engen Jeans noch knackiger abnähte. Mit einem Mann in der Verwandtschaft, der es nicht nur versteht mit Holz umzugehen, sondern Ledersofas vom Gestell bis zu den Kissen herstellt und zusätzlich Kostüme schneidert, brachte ich, was nicht mit der Hand zu nähen war, zu Schwiegerpapi. Mein Schwiegervater lernte das Nähen noch aus der Not heraus. In einer Zeit, in der (fast) alles käuflich ist und man Kissenhüllen für 5 Euro nachgeworfen bekommt, wird das Selbstgemachte wieder zum Besonderen. Und so entstehen kleine, aber feine Ateliers, in denen Menschen mit großer Freude und Begeisterung ihre Fähigkeiten und Erfahrungen weitergeben. In diesen kleinen Freiräumen steht die Frage nach Gewinn oder Profit im Hintergrund. Da wird mit Liebe vermittelt.
Um mich herum grassiert das "DIY-Fieber". Es ist ansteckend und so machte ich mich gestern mit meiner Tochter zum Nähatelier "Idee und Spaß" von Dana Schiller auf. Dort brachte uns Dana geduldig und fröhlich die kleine Nähkunde näher. Heute habe ich etwas mehr Respekt vor Maschinen, besonders wenn sie mir zur Verfügung gestellt werden, aber Dana half ganz schnell jegliche Hemmung zu überwinden und ließ uns nach einer Maschineneinführung sofort kleine Zick-Zack-Muster und Bögen nähen. Tja, gerade Linien sind einfacher. Danas Devise ist, dass jeder mit einem Erfolgserlebnis nach Hause gehen soll und so ermunterte sie uns ein Kissen zu nähen. Aus mehreren Stoffen, denn ein Rechteck aus nur einem Stoff ist sogar für Anfänger zu einfach. Dann öffnete sie ihre Schatztruhe mit feinsäuberlich zusammengelegten, aufeinandergestapelten und sehr viel Liebe ausgesuchten Stoffen. Was für ein Fest. Wir durften alles herausholen, was uns gefiel und nach Herzenslust kombinieren. Nach dem Aussuchen der Stoffe kam das Zuschneiden und Aneinandernähen. Die Maschinen, zuerst noch stockend und stotternd, surrten bald munter vor sich hin. Wir hatten Spaß.
Und gingen stolz nach Hause. Jeder mit seinem selbstgenähten Kissen unterm Arm. Unsere Keller-Nähmaschine wurde gestern Nacht noch entstaubt und in Betrieb genommen.
Danke Dana für diesen wunderschönen Abend!


Dienstag, 9. Dezember 2014

Raureif

Heute Nacht
tanzte die Eiskönigin
einen Walzer
und aus ihrem eisblauen Mantel
fielen winzig kleine Kristalle
hernieder










Montag, 1. Dezember 2014

Kleine Alltagsfreuden

Es gibt Dinge im Leben, für die ist man nie zu alt. Und es gibt Traditionen, die verlieren nicht an Wert.

Morgens aufwachen, draußen ist es noch dunkel, dicke Socken anziehen, die Treppe runterschleichen, Ausschau halten. Wo sind die 24 Päckchen, die ausgepackt, die 24 Türchen, die geöffnet, die 24 Säckchen, die aufgeknüpft, die 24 Socken, die geleert werden wollen? Es ist der 1. Dezember, Saisoneröffnung der Adventskalender.

Am Wochenende besuchte ich eine Freundin in Frankfurt. Sie freute sich wie ein Schneekönig über mein Mitbringsel, einen Schokoladenadventskalender. "Ich hab noch keinen und sich selbst einen Adventskalender kaufen ist doof. Den muss man geschenkt bekommen!" Stimmt!

In der Nacht vor dem 1.12. sitzen mein Mann und ich auf dem Wohnzimmerteppich zwischen Früchteriegeln, Keksen, Gummibärchentüten und Schokotäfelchen. Um uns herum Geschenkpapier, Scheren, Tesa, Wickelbänder. Er packt 24 Päckchen für den Sohn und ich 24 Päckchen für die Tochter, die dann am Treppengeländer aufgehängt werden. Das machen wir seit vielen Jahren und seit einigen mit dem Gedanken "Ist es das letzte Mal?" Vor zwei Jahren fragte ich meine Tochter, ob sie das denn noch wolle oder vielleicht schon rausgewachsen ist und ich bekam die entrüstete Antwort: "So lange ich daheim wohne, will ich meinen Adventskalender!" Heute, nach dem Öffnen des ersten Päckchens, ließ sie nebenbei die Bemerkung fallen, dass manche Eltern den ja noch für ihre Kinder machen, auch wenn die nicht mehr zu Hause wohnen. Kindheitserinnerung, Kindheitsverlängerung, Kindheitsgefühl.

Auf den dicken Socken bin ich heute übrigens die Treppe hinuntergeschlichen. Denn seit ein paar Jahren bekommen auch mein Mann und ich einen Adventskalender. 24 Fotos aus dem zurückliegenden Jahr, die noch einmal zeigen, was wir so erlebt haben. Die letzten Jahre eingebacken in Glückskekse, diesmal von selbstbemalten Wäscheklammern am Ast gehalten. Die Minifotos werden an die Kühlschranktür geklebt und erfreuen mich jeden Tag aufs Neue.

Adventskalender wollen geschenkt werden.